LEBEN OHNE KETTEN
Medical Care Somalia e.V.
Die 9jährige Ajan wurde von ihrer Mutter an eine LKW-Felge angekettet.
Diese Maßnahme, die einer Mutter sehr schwer fällt, ist zum Schutz des Kindes. Ohne sie würde Ajan weglaufen oder sie würde sich verletzen, weil sie heißes Wasser oder heranfahrende Autos nicht als Gefahr erkennt. Ajan teilt ihr Schicksal mit fast zwei Dritteln der psychisch kranken Menschen in Somalia. Somalia, eines der ärmsten Länder der Welt im östlichen Afrika, kann weder psychiatrische Kliniken wie wir sie in Deutschland kennen aufbauen, noch unterhalten. Psychisch kranke Menschen, die in den Städten durch ihr Verhalten auffallen, werden von Ordnungshütern aufgegriffen und in Gefängnisanstalten untergebracht. Hier werden sie in 3 mal 4 Meter großen Zellen mit Eisengittertüren eingesperrt, wo sie auf dem nackten Zementboden schlafen.
Um dieses Wegsperren zu verhindern, ketten die Angehörigen ihre kranken Verwandten selbst im häuslichen Umfeld an. Sowohl den Patienten in den Gefängnisanstalten als auch den häuslich betreuten Patienten fehlt es an ärztlicher, pflegerischer und medikamentöser Versorgung. Medical Care Somalia möchte durch eine verbesserte ärztliche und medikamentöse Behandlung die Ankettung der psychisch kranken Menschen überflüssig machen. Die seit den fünfziger Jahren bestehenden Gefängnisanstalten in Buarao und Berbera möchten wir zu modernen psychiatrischen Kliniken umbauen. Hier sollen die Patienten durch ausgebildetes heimisches Fachpersonal betreut werden.
Ziele des Vereins sind: Der Aufbau eines ambulanten psychiatrischen Dienstes, der mit Ärzten und Pflegepersonal besetzt ist, um Patienten und Angehörige zu unterstützen. Errichtung einer menschenwürdigen stationären Unterbringung und Betreuung durch ausgebildetes heimisches Fachpersonal Sicherstellung der medikamentösen Versorgung von Deutschland aus, da Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen in Somalia nicht erhältlich sind.
