Entwicklung des Ortes Beer

SGS unterstützt Beer

Die Schüler des Gymnasiums am Stadtgarten aus Saarlouis ermöglichen mit ihrer Spende den Ausbau von Beer.


Vorgeschichte von Beer

Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Region um Beer für den Anbau von Hirse, Linsen und Mais landwirtschaftlich genutzt. Der große Fluss Togdheer, der zweimal im Jahr (April-Mai und Oktober) Wasser führt, ergießt in Beer seine Fracht und wird zu einem großen Delta. Anfang der 50iger Jahre bauten die Briten als Kolonialmacht in Somaliland den ersten Wasserkanal mit Schleusen, die bis zu 16 Plantagen bewässerten. Damals wurden Ernteüberschüsse nach Äthiopien exportiert. In den 70iger Jahren wurde die landwirtschaftlich nutzbare Fläche durch den Bau von neuen Dämmen erweitert. Rinder und Pferde kamen zu Zuchtzwecken nach Beer.


Dorfmitte Beer

Heutiger Stand

Nach dem langjährigen Bürgerkrieg entwickelte sich Beer zurück. Die alte Bauernbevölkerung verstarb. Die junge nachfolgende Generation hat keine Kenntnisse mehr von der Landwirtschaft.

Die Stadt verfügt weder über Elektrizität noch fließendes Wasser. Das Wasser wird aus einem ca. 800 m vor dem Dorf liegenden Brunnen geholt.

Die Schulgebäude der einstmals bekannten Schulstadt wurden im Krieg zerstört.
Heute gibt es für die ca. 250 Schüler und Schülerinnen eine kleine Grund- und Mittelschule mit 6 Klassenräumen für die Klassenstufe 1- 6. Lehrerbüros, ein Lager und eine Küche sind ebenso vorhanden.
Über das World-Food-Programm der UNO erhalten die Schüler eine Schulspeisung in Form von Porridge. Für viele Kinder ist dies häufig die einzige Mahlzeit am Tag.


Brunnen in Beer

Die Schüler des SGS ermöglichen das Projekt

Erweiterung der Schule
Trinkwasserversorgung
Solarlicht
nachhaltige Hilfe zur Eigenständigkeit

Schulanbau Beer

Erweiterung der Schule

Mit dem Bau von zwei Klassenräumen wird die Schule um die Klassenstufe 7 und 8 erweitert, so dass die Schülerinnen und Schüler den Abschluss der Mittelschule erwerben können.
Die Klassenräume werden jeweils 8 m x 6 m groß sein. Jede Klasse hat ca. 40 Schüler, Jungen und Mächen werden gemeinsam unterrichtet.
Am 1. Dezember 2011 erfolgte der Spatenstich. Anwesend waren neben dem Bürgermeister der Stadt auch der „Schulrat“ der mittleren Bildungsbehörde sowie Mitglieder des Stadtentwicklungskomitees.

Die Bewohner packen tatkräftig mit an. Der Bauunternehmer aus Burao stellt Sand und Zement kostenlos zur Verfügung. Die Bauaufsicht führt ein aus Europa in seine Heimat zurückgekehrter Bauingenieur für uns kostenlos aus.
Bänke, Stühle und die Wandtafeln werden vom Bildungsministerium Somalilands finanziert.
So werden die Kosten bei ca. 10.000 US-Dollar liegen. Wir beabsichtigen um den Komplex eine ca. 2 m hohe Mauer zu ziehen, um einerseits den Schutz der Anpflanzungen vor den Kamelen und Ziegen zu erreichen und andererseits die nächtlichen Besuche durch Hyänen einzudämmen.


Grundsteinlegung

Trinkwasserversorgung

Die Region um Beer verfügt über reichlich Grundwasser. Aber nicht jedes Wasser ist genießbar. Je nach Gesteinsart ist das Wasser salzig oder zu hart. Die Bewohner von Beer schöpfen ihr Trinkwasser aus einem Brunnen am Rand des Togdheer, der ca. 900 m außerhalb des Ortes liegt. Mit Kanistern machen sich meist die Frauen auf den Weg um Wasser zu holen. Wer einen Esel hat, belädt diesen mit den gefüllten Kanistern.

Wir werden von diesem Brunnen eine Wasserleitung bis in den Ortskern legen. Mit dem Anbringen einer Handpumpe kann dann das Wasser in der Ortsmitte gezapft werden.


Solarlicht

Beer ist nicht an das allgemeine Stromnetz angeschlossen, da die vorhandenen Stromnetze nur auf die Gebiete größerer Städte begrenzt sind. Überlandleitungen gibt es noch nicht. Auch wäre der angebotene Strom, der mit Dieselgeneratoren erzeugt wird, für die Bevölkerung zu teuer. Eine Kilowattstunde kostet zurzeit 1,30 Dollar. Das entspricht ca.1 Euto.
Da es nachts stockfinster ist und Hyänen und Schlangen ins Dorf einfallen, werden wir mit Solar betriebenen Straßenlaternen Sicherheit für die Bevökerung herstellen.
Die Technik ist für Somaliland nicht neu. Die heimische Wirtschaft wird unterstützt und zwei Männer im Ort erhalten über eine 4-wöchige Schulung zur Wartung der Anlagen sichere Arbeitsplätze.


nachhaltige Hilfe zur Eigenständigkeit

Aufgrund der Dürrekatastrophe haben ca. 70 Familien Zuflucht in Beer gesucht und sind auf Unterstützung mit Nahrungsmitteln angewiesen, die sie regelmäßig über unsere Soforthilfe aufgrund der Dürrekatastrophe erhalten. Langfristig werden wir den Bedürftigsten unter ihnen Schafe und Ziegen zur Verfügung stellen, damit sie sich eine neue Existenz aufbauen können. Das somalische Lammfleisch ist aufgrund seiner Würzigkeit in der arabischen Welt sehr beliebt und der Export sichert die Einnahmen der Nomaden.

Um wiederkehrenden Dürren besser begegnen zu können, haben wir mit der Rodung von ca. 40 Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche begonnen. Die Menschen werden angeleitet diese zu bewirtschaften. Über die Gründung einer Genossenschaft werden nach und nach neue Flächen dazu gepachtet. Eine Landwirtschaftsschule soll dann auch die Möglichkeit zur Ausbildung geben, damit die Absolventen der Mittelschule eine Perspektive für ihre Zukunft haben.


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