Leben ohne Ketten - psychiatrische Tagesklinik
Psychiatrische Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Burao/Nordsomalia
Die Ausgangssituation
Burao ist die zweitgrößte Stadt in Nordsomalia mit einer Einwohnerzahl von ca. 250.000 Menschen. Das Regionalkrankenhaus hat 250 Betten, verfügt aber über keine psychiatrische Abteilung. Die Zahl der psychiatrisch erkrankten Personen wird auf ca. 200 geschätzt. Diese sind ihrem Schicksal überlassen und haben keine Möglichkeit einer medizinischen Behandlung.
Viele dieser Patienten - darunter auch Kinder unter 6 Jahren - sind an Armen oder Beinen in den Häusern oder im Freien an Pfosten menschenunwürdig angekettet. Die Eltern oder Verwandte dieser Patienten wissen sich nicht anders zu helfen, zumal im gesamten Land keine medizinische Behandlung möglich ist. Duch die Ankettung wollen sie verhindern, dass ihre Angehörigen weglaufen bzw. sich oder andere verletzen.
Die dramatischen Folgen der Ankettung zeigen sich nach einigen Jahren. Die Patienten können aufgrund von Knochen- und Muskelschwund kaum stehen und gehen. Auch treten Kontrakturen der Gelenke auf. Zu der psychiatrischen Grunderkrankung kommt noch eine körperliche Behinderung hinzu.
Chronik des Projektes
| Mai 2006 | Felduntersuchung in Burao und Umgebung sowie Kontaktaufnahme mit der regionalen Gesundheitsbehörde. Anerkennung als NGO durch den Gesundheitsminister Somalialands |
| April 2007 | Grundsteinlegung und Baubeginn der Tagesklinik für Kinder |
| September 2007 | Fertigstellung des Gebäudes |
| Dezember 2007 | Fertigstellung des Innenausbaus und der Einrichtung |
| Januar 2008 | Auswahl und Einstellung der MitarbeiterInnen |
| Februar 2008 | Auswahl der ersten Patienten aus der Vielzahl der Hilfsbedürftigen |
| März 2008 | Eröffnung der psychiatrischen Tagesklinik und Ambulanz für Kinder und Jugendliche. Täglich besuchen 20 Kinder - teilweise mit ihren Angehörigen - die Einrichtung. |
| März 2010 | Start von Peace Ware - Das Projekt Telemedizin Europa - Somalia |
